Vorbild sein - Warum Beispiele wichtiger sind als Regeln

Schon als Kinder bekommen wir beigebracht, dass wir uns an Regeln halten müssen. Wir lernen, dass wir manche Dinge tun müssen, während wir andere auf keinen Fall tun dürfen. Die Allgegenwart von Regeln hört im Erwachsenenalter nicht auf, sondern nimmt vor allem eine Vielzahl von unterschiedlichen Gestalten an: Einige Regeln haben die Form von Gesetzen, im persönlichen Umgang halten wir uns an Konventionen und oftmals unausgesprochene Regeln und Tabus, in manchen Situationen appellieren wir an moralischen Normen, in der Religion orientieren wir uns an göttlichen Geboten und selbst Spiele sind wesentlichen von Spielregeln geprägt.

Auf der anderen Seite wird in vielen Bereichen des Lebens der Ruf lauter, dass Menschen Vorbild für andere sein sollen. Lehrer, Polizisten und Politiker werden nicht nur danach beurteilt, wie gut sie ihre Aufgaben im Berufsalltag erledigen, sondern müssen sich zumindest gelegentlich fragen lassen, ob sie auch im privaten Leben Vorbild für andere sind. Erwachsene haben eine Vorbildfunktion für Kinder und orientieren sich selbst wiederum am Beispiel von Freunden, den eigenen Eltern oder Persönlichkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart. Aber müssen sich auch Vorbilder immer an Regeln halten? Woher kommen die Regeln, an die wir uns halten sollen, und wie werden sie verändert? Stehen Regeln und Vorbilder nicht sogar mitunter im Widerspruch zueinander?

Auf den Spuren Nietzsches, der sich auch aus einem Philosophen nur etwas macht, - insofern er ein Beispiel zu geben vermag - , wollen wir in dem Vortrag der Frage nachgehen, was es eigentlich heißt, eine Regel zu befolgen, und ob es wirklich in allen Bereichen des Lebens sinnvoll ist, sich an Regeln zu halten. Im Anschluss wird es, wie üblich, ausreichend Zeit für Diskussion und Erfahrungsaustausch geben. Nur Abendkasse!

221-14001

Dr. Dennis Sölch

Dienstag, 26. April, 18.30 - 20.00 Uhr

Kaarst, vhs-Haus, Am Schulzentrum 18, Raum E20

€ 5,-